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Gedenken an die Opfer der Novemberprogrome 1938

Mit dem Wissen, dass Antisemitismus und Rassismus in unserer Gesellschaft immer mehr Raum einnehmen, wollte sich der Politik LK des 12. Jahrgangs diesen Tendenzen entschlossen entgegenstellen und das nicht nur im unterrichtlichen Diskurs, sondern ganz praktisch ein Zeichen gegen Hass und Ausgrenzung setzen.

Und so kam es, dass die Schüler*innen im Gedenken an die während des Nationalsozialismus ermordeten Jüdinnen und Juden, in Hannovers verlegte Stolpersteine am Jahrestag der Novemberprogrome 1938 reinigten. 
Die Stolpersteine werden von dem Künstler Gunter Demning vor den zuletzt frei gewählten Wohnorten von deportierten und ermordeten Jüdinnen und Juden sowie von anderen im Nationalsozialismus Verfolgten (z.B. Sinti und Roma) verlegt. Auf ihnen verzeichnet finden sich die Namen sowie Geburtsdatum und, wenn bekannt, auch das Todesdatum und –ort. Innerhalb der jüdischen Gemeinden ist diese Art des Gedenkens nicht unumstritten. Die damit einhergehenden Kontroversen haben wir im Unterricht besprochen und diskutiert. 
Während unserer Suche nach ungeputzten Stolpersteinen mussten wir einen längeren Fußweg auf uns nehmen, da die meisten Stolpersteine bereits frisch geputzt waren. Es hat uns Mut gemacht, dass auch andere Bürger*innen Hannovers ein Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt haben!
Fündig wurden wir dann an der Berliner Allee: Hier lebte eine jüdische Familie, deren Mitglieder alle während des Holocaust ermordet wurden. Die Familie Frenkel lebte in der 1930er Jahren in dem Haus Berliner Allee 34. Die Mutter Mathilde Frenkel starb 1943 in einem Durchgangslager in Westerbroek/Holland. Fritz Henkel wurde nach seiner Flucht nach Holland im Jahr 1938 ebenfalls in Westerbroek interniert und 1944 nach Theresienstadt deportiert und anschließend in Auschwitz ermordet. Die weiteren Mitglieder der Familie Frenkel Henny, Grete und Julius wurden am 15.12.1941 deportiert und in Riga ermordet.  Aus Hannover ging am 15. Dezember 1941 ein Transportzug mit 1.001 Jüdinnen und Juden in die lettische Hauptstadt Riga. Nur 69 Riga-Deportierte überlebten.
Das Schicksal der Familie Frenkel machte uns tief betroffen. Namen und Geburtsdaten zu lesen und sich bewusst zu machen, dass diese Verbrechen auch in unserer Stadt passiert sind, hat die Schüler*innen darin bestärkt, sich weiter für ein friedliches Miteinander und gegen Hass und Hetze stark zu machen. 

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