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Schüler mit Courage und viel musikalischem Talent – das Weihnachtskonzert 2019

Erstellt von Jens-Uwe Kersten |

Mit einem abwechslungsreichen Programm stimmen Chor, Orchester, die Schulband und Solisten sowie die Preisträger des Lesewettbewerbs und auf seine ganz eigene Weise auch der Darstellendes-Spiel-Kurs auf das Weihnachtsfest ein. Über 100 mitwirkende Schüler*innen begeistern die Zuhörer in der bis auf den letzten Platz gefüllten Aula der Elsa-Brändström-Schule. Für das leibliche Wohl sorgte der Förderverein.

Das Konzert begann dieses Jahr ungewöhnlich mit einem „Krippenspiel 2.0“ des Kurses „Darstellendes Spiel“ aus dem 12. Jahrgang von Katrin Janz. In einer bitter ironischen Youtube-Inszenierung drängte sich das Product Placement vor die Weihnachtsgeschichte. Das Moderatorenteam von Franziska Wittmann als skeptischem „Weihnachtsmuffel“ und Johanna Heddergott als „Weihnachtsromantikerin“ führte im Zwiegespräch leitmotivisch durch den Abend.  Dann öffnete sich der Vorhang und die von Herrn Kersten einstudierte Schulband brachte den Saal zum ersten Mal zum Kochen: Der R‘n‘B-Klassiker „Ain’t Nobody“ in der Version von Felix Jaehn featurte Sönke Peters‘ virtuoses Marimbaphonspiel. Über Megon Trainors „All About That Bass“ in einem swingenden Jazzstück ging es zu „Sucker“ von den Jonas Brothers. Hier konnte die Rhythmusgruppe zeigen, was sie kann. Die ‚fetten‘ und groovigen Beats brachten selbst die Stühle in der letzten Reihe des Saales zum Wanken.

In einem anschließenden kurzen Festakt wurde unserer Schule offiziell das Prädikat „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen. Herr Assel als Regionalkoordinator überreichte im Auftrag des Kultusministeriums die große Plakette an die Schüler*innen. Die AG und die SV stellten das Projekt kurz vor und betonten, dass es sich um eine Initiative aus der Schülerschaft handle und mit der Preisverleihung erst der Beginn eines Weges markiert werde. Unserer Schule wird dazu als Partner mit der Heiner-Rust-Stiftung, die sich für die Integration von Behinderten engagiert, zusammenarbeiten. (Mehr dazu hier auf der Homepage). Es folgte ein musikalischer Reigen junger Pianistinnen aus den 5. und 6. Klassen. Anne-Marie Wahl, Felia Kaden und Anna Tarneden spielten sicher und mit beachtlich musikalischem Feingefühl. Passend schloss sich die weihnachtliche Lesung von Vivica Temme an: „Du schöne, sel’ge Zeit“ von G. Oertel. Musikalisch beendete der Schulchor die noch von Popmusik dominierte erste Programmhälfte. Niklas Wienecke begleite am Klavier den von Jürgen Kampe einstudierten Schulchor. Mit schönem und vollem Klang groovte es auch hier. Über „Let it Snow“, Glow“ bis hin zum „Merry Christmas, Everybody“. Höhepunkt war sicher Maria Careys „All I want for Christmas“: Johanna Herddergott übernahm mit toller Soul-Stimme das Solo zu Beginn, dann setzte der Chor polyphon und voller Power ein. Den theatralischen Schlusspunkt vor der Pause setzte ein heiteres Quiz. Hier war Mitmachen gefragt. Witzig und gekonnt spielte ein Schülerinnen-Quartett bekannte Weihnachtslieder als stumme Pantomime. Die Zuschauer mussten raten, was ihnen trotz lautem Lachen auch überraschend gut gelang.

Noch skeptisch ließ sich der „Weihnachtsmuffel“ Franziska nun von Johanna als leuchtenden Weihnachtsbaum schmücken. Die besinnlichere Atmosphäre nach der Pause wurde vom EBS Pops Orchestra jedoch noch etwas herausgezögert. Die 46(!) Instrumentalisten unter der Leitung von Frau Armstroff zeigten, dass auch sie rocken können. Das präzise und fein einstudierte Orchester zeichnete differenzierte Klangschattierungen vom Piano bis zum Fortissimo. Die Hymne „Party Rock Anthem“ ließ die Bühne erneut wogen, mit dem anschließenden Medley „Queen on Stage“ wurde nicht nur Queen alle Ehre gemacht, auch das Publikum kannte kein Halten mehr und klatschte begeistert mit. Mit dem „3-Minute-Nutcracker““ von Peter Tschaikowsky wurde es nun endlich weihnachtlich. Das neue Kammerorchester der Schule ließ wie im Ballett den Nussknacker auf der Bühne zum Leben erwecken.

Den besinnlichen Schlussteil eröffnete Christian Lange-Audeves. Er las mit atmoshärisch schön gesetzten Pausen Droste Hülshoffs Gedicht „Am Weihnachtstag“. Anschließend präsentierte der Schulchor sein Programm traditioneller Weihnachtslieder, über „Maria durch ein Dornwald ging“ und „Es Kommt ein Schiff geladen“ bis zum englischen „God trest Ye merry, Gentlemen“ in einem Arrangement von Cl. Heddergott. Jürgen Kampe setzte sich zunächst selbst ans Klavier und dirigierte seinen Chor von dort aus, dann stellte er sich zu seinem Bass und sang zum jubelnden „Joy to the World“ mit. Lilli Grastorf nahm mit ihrer gekonnten Lesung von Heinrich Hofmmanns „Lied des Nussknackers“ noch einmal das winterliche Motiv des russischen Märchens auf.  Jeder spürte nun im Saal die vorweihnachtliche Stimmung. Und sogar der „Weihnachtsmuffel“ Franziska gab sich mit Johanna ganz diesem Gefühl hin. Allerdings ‚störte‘ der Theaterkurs noch einmal die Feier. Er verlegte die Krippe mit Ennio Morricone in den Wilden Westen. Die Revolverhelden ließen aber zum Glück das Jesuskind und die sich hervordrängende Weihnachtsstimmung unversehrt. Zum festlichen Schlusspunkt sangen Chor und Publikum, begleitet vom Orchester, „O du fröhliche“.

Das Weihnachtskonzert der Elsa-Brändström-Schule war wie in den vergangenen Jahren mehr als eine schöne Einstimmung auf das Weihnachtsfest. Dank gilt den Bühnentechnikern Dominik Debecki und Jonas Voltmer, die alle Darbietungen ins rechte Licht setzten und professionell für einen guten (und ‚fetten‘) Sound sorgten. Ein besonderer Dank gilt dem Förderverein für die Verköstigung und Hilfe in der Organisation des Konzerts. Die Elsa-Brändström-Schule dankt allen Mitwirkenden, Schülerinnen und Schülern, Kolleginnen und Kollegen und Eltern für die Unterstützung zu diesem gelungenen Weihnachtskonzert 2019.