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„Die Nacht in der die Mauer fiel“ - eine Rezension

Erstellt von Laura Kotwica und Lilly Lilje (11A) |

„Die DDR ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen Identität“- Mit diesen Worten begann Dr. Renatus Deckert am 14.01.2020 seine Lesung an der Elsa-Brändström-Schule, in der er zunächst aus eigener Perspektive vom Leben in der DDR und vom Mauerfall berichtete. Anschließend las er einige Passagen aus seinem Buch „Die Nacht in der die Mauer fiel“ vor, in dem Dr. Deckert 25 persönliche Geschichten vereint.

Die Idee zu seinem Buch bekam er, als er 20 Jahre nach dem Mauerfall in seinem damaligen Wohnort Berlin über die Bornholmer Straße ging, direkt dort, wo einmal die Mauer stand. Er war der Meinung, dass dieses wichtige Ereignis in einem Buch festgehalten werden müsse.

Dr. Renatus Deckert hatte ein eher kritisches Verhältnis zur DDR. Er war der Sohn eines evangelischen Pfarrers und hatte es somit damals in der DDR nicht sehr einfach. Vor allem kritisierte er die Entmündigung der Kinder sowie der Erwachsenen und die fehlende Freizügigkeit. Er schilderte mit eindrucksvollen Beispielen, die man nicht unbedingt im Unterricht auf diese Weise behandelt, alltägliche Situationen. So war zum Beispiel das Wort „Republikflüchtling“ vor 30 Jahren noch ein Schimpfwort oder Jeans und Milkaschokolade eine Rarität, von der man nur träumen konnte. Er betonte zudem, dass es in der DDR zwei unterschiedliche Welten gab, sodass man praktisch mit einer Schizophrenie lebte: Eine dieser Welten war das Zuhause, in dem man sich relativ frei über politische Dinge austauschen konnte und die andere war in der Öffentlichkeit, in der man stets darauf achten musste, nichts Falsches über den Staat oder dessen Politik zu äußern.

Anschließend hatten die Schüler die Möglichkeit, Herrn Dr. Deckert ein paar Fragen über das Leben in der DDR und den Mauerfall zu stellen. Diese Gelegenheit wussten die Schüler zu nutzen und stellten ihm  ein paar interessante Fragen.

Unter anderem berichtete er auch von der Bespitzelung der rund 16 Millionen Einwohner der DDR durch die Stasi, dessen Ausmaß erst nach der Wende bekannt wurde.

Abschließend kann man sagen, dass man durch die Lesung von Herrn Renatus Deckert vor allem den Alltag und das Leben in der DDR besser nachvollziehen kann. Besonders faszinierend am Zeitzeugenbericht waren die persönlichen Erlebnisse, die „von Mensch zu Mensch“ erzählt wurden und somit zum Leben erweckt wurden, sodass man sich diese gut vorstellen konnte. Hierbei ist es allerdings wichtig zu wissen, dass es sich um subjektive Erzählungen handelte, die folglich sehr unterschiedlich ausfallen können. Wegen der lebhaften Vortragsweise haben die Schüler gerne zugehört.