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Ziel des Faches Darstellendes Spiel ist die Vermittlung des Verständnisses für künstlerische Formen, menschliche Möglichkeiten und soziokulturelle Zusammenhänge. Damit gehört Darstellendes Spiel im künstlerisch-musischen Bereich zu den Fächern, die einen „ästhetisch-expressiven Modus der Weltbegegnung“ ermöglichen (vgl. Fachpräambel).

Wir freuen uns, durch die Einführung von G9 im Schuljahr 2018/19 unser musisch-künstlerisches Profil weiter ausbauen zu können: Das Fach Darstellendes Spiel wird unser Angebot in diesem Bereich zukünftig vervollständigen.

Während der Einführungsphase im 11. Jahrgang wird Darstellendes Spiel als Wahlfach unterrichtet. In zwei aufeinander aufbauenden Semestern erwerben unsere Schülerinnen und Schüler ein Grundrepertoire theatraler Ausdrucksmittel, theaterästhetischer Gestaltung, Kommunikation und Partizipation, welches wiederum die Voraussetzung für die Konzeption und Komposition einer Spielhandlung im 2. Halbjahr des 11. Schuljahres bildet.

Mit der erfolgreichen Teilnahme am Wahlfach ist die Zulassung zu DS als Ergänzungsfach in der Qualifikationsphase (im 12. Jahrgang) gegeben. Nachdem die Belegungsverpflichtung mit mindestens 2 Semestern erfüllt ist, kann das Fach als freier Kurs im 13. Jahrgang zusätzlich eingebracht werden.

Die Konzeption trägt der wissenschaftspropädeutischen Relevanz des Faches Darstellendes Spiel Rechnung, indem die Kooperationsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler gestärkt und ihre Kreativität gefördert wird. Sie lernen problemlösend zu denken und machen Erfahrung mit dem Denken in Modellen und symbolischen Zusammenhängen. Damit leistet das Fach einen unschätzbaren Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen und wird Impulse setzen, zukünftigen Anforderungssituationen ästhetisch-expressiv zu begegnen.

Die dargestellten Inhalte stehen beispielhaft für eine Vielzahl an vorbereitenden Übungen, hinführenden Methoden und gestalterischen Reflexionen.

  1. Kennenlernen der Gruppe
    • theaterspezifische Grundlagenübungen
      (Vertrauens-, Kontaktübungen; Einführung in die Elemente und Funktionen von Körpersprache, Mimik und Stimmführung)
       
  2. Szenenbezogene Wahrnehmungs- u. Ausdrucksübungen; Körpertraining
     
  3. Darstellungsformen
    • Standbilder zu konkreten und abstrakten Begriffen erstellen
    • Improvisationstechniken (z.B. nach Keith Johnstone und Viola Spolin)
    • Szenische Improvisationen zu Ort und Requisite
    • Entwicklung einer Personenbiographie
    • Entwicklung eines spezifischen Gestus
    • Spiel mit verschiedenen Textformen und –fragmenten
    • Entwickeln von kurzen Szenen zu einem Themenbereich; z.B. Traum, Freundschaft, Glück, Ängste, Fremdsein etc. in unter- schiedlicher formaler Einkleidung (Collage, Performance, Unsichtbares Theater etc.)
    • Bewertungskriterien kennen lernen und thematisieren
       
  4. Fachspezifische Techniken
    • Licht- und Tonanlage einrichten und bedienen
    • Ein einfaches Kostüm und Maske entwerfen
       
  5. Theoretische Auseinandersetzung
    • Theaterkritik verfassen und analysieren
    • Plakat, Programm entwerfen
       
  6. Erarbeitung und Präsentation eines Kurzprojekts
    • Präsentation (z.B. im Kursrahmen, beim Tag der Offenen Tür, im Jahrgangsrahmen, zur Abientlassung) vorbereiten und durchführen
    • Improvisierte Szenen und Spielansätze schriftlich festhalten, ausarbeiten und überarbeiten
    • Den Spielort auswählen und ausstatten

Kompetenzschwerpunkte sind:        Die Schülerinnen und Schüler

  • lernen sich, ihren Körper und ihre Stimme, als Ausdrucksmittel kennen und entwickeln ein umfassendes  Ausdrucksrepertoire.
  • fördern Ihre Sozialkompetenz über die gemeinschaftliche Actio.
  • entwickeln kreatives Spielvermögen.

Darstellerische Kompetenzen (Ausdrucksformen des Theaters)

Im Prozess des Erwerbs: Die Kursmitglieder

  • erproben und variieren unterschiedliche Ausdrucksmittel.
  • überführen alltägliche Bewegungen in theaterwirksame Abläufe.
  • setzen Mimik, Gestik, Haltung und Bewegung bewusst ein.
  • setzen die Stimme als Gestaltungsmittel ein.
  • schätzen die Wirkung körpersprachlicher Mittel ein und reflektieren diese.
  • finden, entwickeln und spielen in Abstimmung mit anderen Ensemblemitgliedern thematisch zentriert szenische Umsetzungen von kurzen Texten bzw. Spielvorlagen.

Soziale Kompetenzen (Ensemble)

  • nehmen offen und aktiv an Spielhandlungen teil.
  • lassen sich auf unterschiedliche Spieltemperamente und Gruppenmitglieder mit unterschiedlichen Vorraussetzungen und Kompetenzen ein.
  • üben konstruktive Kritik, nehmen sachliche Kritik hin, wissen diese zu nutzen.
  • übernehmen Verantwortung für Teilaufgaben und arbeiten verlässlich mit anderen Gruppenmitgliedern zusammen.

Gestalterische Kompetenzen (Raum, Ort, Bühne, Requisit, Zeit, Musik, Klang, Stimme, Tempo, Rhythmus)

Die Kursteilnehmer

  • nehmen den Bühnenraum in seiner Eigenheit und seinen Gestaltungsmöglichkeiten wahr und bewegen sich bewusst in ihm.
  • bespielen unterschiedliche Orte unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Gegebenheiten.
  • wissen Geräusche und Klänge zu nutzen und in ihr Spiel einzuarbeiten.
  • rhythmisieren Bewegungen und gliedern Bewegungsabläufe zeitlich.
  • unterscheiden zwischen persönlichem Musikgeschmack und szenengerechter Musik.
  • phrasieren ihr Spiel in der Bewegungsgestaltung, in Tempo und Ausdrucksstärke.
  • überarbeiten und verdichten einen selbst entwickelten Dialog.
  • setzen Licht und Ton gestalterisch ein.

Theatertheoretische Kompetenzen

Die Kursteilnehmer

  • diskutieren und beurteilen Kritik von Zuschauern innerhalb des Ensembles.
  • erwerben Kenntnis über wesentliche Theater- und Bühnenformen.
  • unterscheiden zwischen verschiedenen Spielformen (Sprechtheater, Bewegungstheater, Musiktheater, Bildertheater, Maskentheater, Videofilm, Performance)
  • kennen und unterscheiden die theatertheoretischen Konzepte von Aristoteles (klassische Tragödie), Commedia dell’arte, Lessing (Bürgerliches Trauerspiel), Bertolt Brecht (Episches Theater), Samuel Beckett (Absurdes Theater), Augusto Boal (Forumtheater) sowie die Schauspielerschulen bzw. -methoden von Keith Johnstone, K.S.Stanislawski, Jerzy Grotowski und Lee Strasberg und wissen sie zeitlich zuzuordnen.
  • Praxis- u. theoriebezogene Mitarbeit sowie eine Klausur im 1.Semester; Praxis- u. theoriebezogene Mitarbeit sowie eine Produktionsleistung im 2.Semester.
  • Als Grundlage dafür lernen die Kursbeteiligten frühzeitig die Bewertungskriterien, diese auch mitentwickelnd, kennen.
  • Auszuwertender Besuch von mindestens zwei Theateraufführungen des Staatstheaters und/oder privater Theater im hannoverschen Raum.
  • Unterrichtsergebnisse (z.B. Rollen- und Szenenbeschreibung, Unterrichtsprotokolle, Dialogfragmente, Kritik, Arbeitsblätter, Referate etc.) werden in Form einer Mappe dokumentiert und fließen in die Benotung ein.