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“The easiest language to speak badly” (?): Welcome to Elsa – Welcome to English

Kaum eine andere Sprache nimmt aktuell in unserer globalisierten Welt eine so zentrale Stellung ein wie Englisch: Es ist nicht nur eine weltweit gesprochene Verkehrssprache – Schätzungen zufolge verwenden ca. 750 Millionen Menschen Englisch (mal mehr, mal weniger fehlerfrei) als Fremdsprache –, es ist auch die Sprache des Internets und der Jugendkultur und wird darüber hinaus auch in etwa 75 Ländern von rund 375 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen. Dabei erscheint es zunächst vergleichsweise leicht, die englische Sprache zu erlernen, verfügt sie doch über eine Grammatik, die so kurz und übersichtlich ist, dass sie jedem Altphilologen nur ein müdes Lächeln abringen dürfte; zugegeben: der Grammatik steht ein Wortschatz gegenüber, der mit 600.000 bis 700.000 Wörtern die ca. 500.000 Lexeme des Deutschen spielend in den Schatten stellt, doch selbst gewiefte englische Muttersprachler benutzen davon im Alltag kaum mehr als 75.000. Doch so einfach, wie es zunächst scheinen mag, ist es leider nicht, Englisch zu erlernen: So erweist sich für viele Nicht-Muttersprachler etwa das „th“ als eine echte Herausforderung an die Zunge und verflacht – fatalerweise – häufig eher zum gewöhnlichen „s“ – mit manchmal durchaus schwerwiegenden Folgen, wie ein Witz demonstriert, in dem der deutsche Mitarbeiter der Küstenwache im Zuge seines (eindeutig nicht an der Elsa absolvierten) Englischunterrichts just diesen Unterschied nicht vermittelt bekommen hat und daher den englischen Notruf einer Schiffsbesatzung „We are sinking!“ mit der angelegentlichen Nachfrage „But what are you thinking about?“ quittiert. Schlimmer noch: Viele vermeintlich identische Worte haben im Englischen – what a tricky language! – völlig andere Bedeutungen, so dass man mehr als gut daran tut, beim Aufenthalt in einem englischsprachigen Land seine Vorfreude nicht mit den von der Fama dem ehemaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke – wohl hinterhältig-fälschlich – zugeschriebenen Worten „Equal goes it loose“ auszudrücken oder gar einen Ober mit den Worten des Kalauers zu fragen „When will I become a Steak?“ Es sind wohl letztlich vor allem Schnitzel, pardon: Schnitzer wie dieser, die Englisch, so formulierte es der britische Literat George Bernhard Shaw, zu der Sprache machen, die schlecht zu sprechen am einfachsten sei.

Das zentrale Anliegen des Englischunterrichts an der Elsa-Brändström-Schule, wie hoffentlich an jedem Bildungsinstitut, ist es daher natürlich zunächst, den Schülerinnen und Schülern Englisch so zu vermitteln, dass sie anschließend sowohl in ihrem zukünftigen Studium als auch in ihrem Berufs- und Privatleben auf möglichst fundierte Sprachkenntnisse werden zurückgreifen können, die es dann – je nach individuellen Bedürfnissen – auszuschärfen gelten wird. Dazu stehen den Lehrkräften in den Klassen fünf bis neun pro Woche jeweils vier Unterrichtsstunden, in Klasse zehn drei Stunden zur Verfügung. Um hierbei gewährleisten zu können, dass die Unterrichtszeit sprachlich möglichst effektiv genutzt wird, heißt es: In English, please! Der Unterricht findet größtenteils – im Idealfall ausschließlich – in der Zielsprache statt, um Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit zu geben, möglichst viel Englisch zu hören, aber auch möglichst viel selbst zu sprechen. Damit sind bereits zwei der Kompetenzen erwähnt, die vom Kultusministerium als zentrale Fähigkeiten benannt worden sind, die im Englischunterricht erlernt werden sollen; dazu kommen noch Schreiben und die sogenannte ‚Sprachmittlung‘. Die Ausrichtung der Lehrpläne, bzw. der Curricularen Vorgaben hat zu einer teilweise durchaus weitreichenden Umstellung sowohl bei der Gestaltung des Unterrichts als auch bei Formen der Leistungsüberprüfungen geführt; Multiple-Choice-Fragen zum Inhalt gehörter oder gelesener Texte ersetzen zunehmend die traditionelle Arbeitsanweisung „Fasse den Text zusammen“, Filme werden immer häufiger zur Schulung des „Hör-/ Sehverstehens“ eingesetzt und die zentral vorgenommene Materialauswahl für die Oberstufe erfolgt immer mehr im Hinblick auf eine kultur- und gesellschaftswissenschaftliche Öffnung, so dass nun nicht mehr so sehr die klassischen literarischen Texte im Zentrum des Unterrichts stehen, sondern Fragen nach dem Verhältnis des Einzelnen zu Anderen, der Rolle der Medien, der gesellschaftlichen Verantwortung von Wissenschaftlern oder auch den Ursachen und Auswirkungen der globalen Erwärmung. Dabei – so mag es auf den ersten Blick wenigstens scheinen – geraten die wohl bekannten (deswegen aber sicherlich nicht unbedingt auch wohl gelittenen) Aspekte des Fremdsprachenunterrichts etwas ins Hintertreffen: das Erlernen von Vokabeln (inklusive der korrekten Aussprache bzw. Aussprachevarianten) sowie die Vermittlung von Grammatikkenntnissen. Mögen diese Aspekte in den gegenwärtigen offiziellen Vorgaben eventuell auch etwas an den Rand gedrängt zu sein scheinen, so bilden sie doch nach wie vor – wenngleich vielleicht auch nicht mehr ganz so deutlich sichtbar – den Kern des Englischunterricht, gilt es doch, das Sprechen und Schreiben über die diversen Themen nicht auf der Ebene des wüsten ‚Kauderwelschens‘ mehr schlecht als recht zu praktizieren. Schließlich lässt sich auch nur so gewährleisten, dass unsere Schülerinnen und Schüler, sollten sie sich denn für eine Tätigkeit bei der Küstenwache entscheiden, angemessen handeln oder im englischsprachigen Ausland auch tatsächlich das auf den Teller bekommen, was sie bestellen wollten.

Die Basis für die Sprachvermittlung sind neben dem eingeführten Lehrwerk, Green Line von Klett, auch zahlreiche produktionsorientierte und kreative Aufgaben, wie etwa die Aufführung eines kleinen englischen Theaterstücks durch eine sechste Klasse oder ein T-Shirt-Projekt einer neunten Klasse, durch die unterschiedliche Begabungen und Stärken angesprochen werden sollen, und durch die sowohl ein Fördern als auch ein Fordern der Schülerinnen und Schüler möglich wird. Ein Highlight für die achten Klassen war in den vergangenen Jahren eine jahrgangsübergreifende England-Fahrt, bei der die bislang erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse in englischen Gastfamilien auf die Probe gestellt werden konnten, und bei der – gut zu wissen – nobody became a steak. Zusammenfassend lässt sich somit also nur noch sagen: Enjoy the fun!